Private Bildungsausgaben für Nachhilfe gehören für viele Familien zum festen Haushaltsbudget. Der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland ist dabei in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Was eine Nachhilfestunde heute kostet, bleibt dabei für viele Eltern im Unklaren. Wer Angebote einholt, bekommt Preise zwischen 10 und 50 € pro Stunde zu hören.
Für die vorliegende Studie hat die Preisbeobachtungsstelle von nachhilfeunterricht.de im Rahmen des Preisindex 2026 insgesamt 35.278 Angebotspreise aus 20 deutschen Großstädten und 30 Fächern ausgewertet. Der bundesweite Medianpreis liegt bei 20 € pro Stunde. Dahinter stecken erhebliche Unterschiede: Die teuerste Stadt liegt 63 % über der günstigsten, und das gewählte Fach hat mehr Einfluss auf den Preis als der Wohnort. Diese Studie zeigt, welche Faktoren die privaten Bildungsausgaben für Nachhilfe in Deutschland bestimmen.
Inhaltsverzeichnis

Private Nachhilfe kostet in Deutschland im Median 20 € pro Stunde. Bei zwei Stunden pro Woche und einem Schuljahr von 38 Wochen entstehen jährliche Kosten von rund 1.520 €.
Die Zahlen stammen aus der Preisbeobachtungsstelle von nachhilfeunterricht.de, die für den Preisindex 2026 insgesamt 35.278 gültige Anzeigenpreise ausgewertet hat. Die Erhebung umfasst 20 Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohnern sowie 30 Fächer in acht Kategorien. Als Lagemaß wurde der Median gewählt, da Preisverteilungen im Nachhilfemarkt typischerweise rechtsschiefe Ausreißer aufweisen. Alle Preise sind Angebotspreise; tatsächliche Transaktionspreise können abweichen.
Die jährliche Kostenspanne ist erheblich. In Bonn entstehen Familien bei zwei Wochenstunden rechnerisch über 1.860 € im Jahr. In Bielefeld sind es rund 1.140 €. Das gewählte Fach hat zusätzlichen Einfluss: Klavierunterricht kostet im Median 30 € pro Stunde, Geschichtsnachhilfe 15 €.
Einen ausführlichen Ratgeber zu allen Einflussfaktoren bietet der Artikel zu den aktuellen Nachhilfekosten in Deutschland.
Bonn (24,50 €/h) und Köln (24,00 €/h) führen das Ranking der 20 untersuchten Großstädte an. Am günstigsten ist Nachhilfe in Bielefeld mit 15,00 €. Berlin, Frankfurt am Main und Stuttgart liegen auf dem nationalen Median von 20 €.
Quelle: nachhilfeunterricht.de Preisbeobachtungsstelle 2026. Medianpreise Gesamtmarkt. Basis: jeweils 80 Anzeigen pro Stadt.
Besonders auffällig ist das Preisgefälle innerhalb Nordrhein-Westfalens. Bonn und Köln führen bundesweit das Ranking an. Beide Städte sind geprägt durch eine dichte Hochschullandschaft, Bundesbehörden und international geprägte Haushalte. Nur wenige Kilometer weiter liegen Wuppertal und Dortmund bei je 16,00 € pro Stunde. Die Spreizung innerhalb eines einzigen Bundeslandes beträgt 50 %.
Frankfurt am Main, Stuttgart und Karlsruhe liegen alle auf dem nationalen Median von 20 € pro Stunde, obwohl sie zu den wirtschaftsstärksten Städten Deutschlands zählen. In Universitätsstädten mit großem Studierendenpool wächst das Angebot an Nachhilfelehrkräften proportional zur Nachfrage, was einen Preisauftrieb dämpft.
Die folgende Übersicht basiert auf rund 1.800 Anzeigen mit konkreten Ortsangaben, die den 16 Bundesländern zugeordnet wurden. Da sich städtische und ländliche Angebote zu heterogeneren Verteilungen zusammenfügen, sind die Bundeslanddaten als Orientierung zu verstehen, nicht als vollständig repräsentative Erhebung.

Deutschlandkarte: Nachhilfepreise nach Bundesland (Median €/h).
Quelle: nachhilfeunterricht.de Preisbeobachtungsstelle 2026. Medianpreise je Bundesland.
Berlin und Hamburg führen das Bundeslandranking mit je 23,00 € pro Stunde an. Auffällig: Thüringen erreicht denselben Medianpreis trotz eines vergleichsweise kleinen Tutorenangebots (897 aktive Tutoren). Am unteren Ende liegt Sachsen-Anhalt mit 17,00 €, was einer Differenz von sechs € zum ostdeutschen Spitzenreiter Berlin entspricht. Der Osten zeigt damit die größte innere Streuung aller Landesteile.
Baden-Württemberg liegt mit 19,50 € leicht unter dem nationalen Median. Das passt zu den Städtedaten: Karlsruhe und Stuttgart notieren beide bei 20,00 €, ohne den Aufschlag, den man bei der wirtschaftlichen Stärke des Bundeslandes erwarten könnte. NRW ist mit 11.736 aktiven Tutoren der größte regionale Markt im Sample und liegt bei 20,50 €, dicht am nationalen Median.
Jura, Klavier und Yoga kosten im Median je 30 € pro Stunde, 50 % über dem nationalen Median. Geschichte ist mit 15 € das günstigste der 30 untersuchten Fächer. MINT-Fächer und die meisten Fremdsprachen liegen bei 18 bis 22 €.
Die Wahl des Fachs hat mehr Einfluss auf die privaten Bildungsausgaben als der Wohnort. Die Tabelle zeigt alle ausgewerteten Fächer nach Kategorie sortiert:
† Informatik zeigt ein breites Preisspektrum mit einzelnen hochspezialisierten Anbietern weit über dem Median. Quelle: nachhilfeunterricht.de Preisbeobachtungsstelle 2026.
Fächer wie Jura, Klavier oder Psychologie werden überwiegend von Lehrkräften mit akademischem Abschluss oder langjähriger Fachpraxis angeboten. Das Anbieterfeld ist kleiner als bei Schulfächern, die Nachfrage aber nicht geringer. MINT-Fächer und Sprachen haben dagegen ein breites Anbieterfeld, das den Preis nahe am nationalen Median hält.
Informatik liegt im Median bei 22,00 € pro Stunde, doch die Preisverteilung ist breiter als bei anderen Fächern. Neben Allround-Tutoren gibt es im IT-Bereich hochspezialisierte Lehrkräfte mit deutlich höheren Stundensätzen. Wer Informatik-Nachhilfe sucht, sollte Angebotspreise deshalb sorgfältig vergleichen.
Der nationale Medianpreis für Online-Nachhilfe liegt bei 20 € pro Stunde, identisch mit dem Präsenzmedian. Bei 17 der 30 untersuchten Fächer gibt es keinen Preisunterschied. Bei Spezialfächern mit hoher Nachfrage liegt der Online-Preis teils deutlich höher.
Quelle: nachhilfeunterricht.de Preisbeobachtungsstelle 2026. Medianpreise Präsenz und Online.

Bei Jura (+33 %), Mathematik (+25 %) und Spanisch (+25 %) liegt der Online-Preis über dem Präsenzpreis. Hochqualifizierte Lehrkräfte in diesen Fächern wählen das Online-Format als primären Kanal, weil sie damit bundesweit Nachfrage bedienen können, ohne an einen Standort gebunden zu sein. Das Angebot in diesen Fächern ist knapper als die Nachfrage, entsprechend höhere Stundensätze sind die Folge.
Bei Wirtschaft (-44 %) und Latein (-47 %) dreht sich das Bild um: Hier ist das Online-Angebot besonders groß, der Wettbewerb drückt die Preise nach unten. Interaktive Whiteboards, Screensharing und Übungsplattformen ermöglichen eine Unterrichtsqualität, die mit gutem Präsenzunterricht vergleichbar ist.
Die Preisspanne von 63 % zwischen den Städten lässt sich nicht auf einen einzigen Faktor zurückführen. Das lokale Angebot spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Spezialisierung des Fachs und die Größe des jeweiligen Marktes.
In Bonn und Köln trifft bildungsaffine Nachfrage auf eine dichte Hochschullandschaft. Das Angebot an Lehrkräften wächst, aber nicht schnell genug, um Preissteigerungen vollständig aufzufangen. Im Ruhrgebiet kehrt sich das Bild um: Ein großes Tutorenfeld drückt den Marktpreis nach unten.
Fächer wie Jura, Klavier und Psychologie werden von Lehrkräften mit akademischem Abschluss oder langer Praxiserfahrung angeboten. Kernfächer wie Mathematik, Englisch oder Deutsch werden von einem breiteren Anbieterfeld belegt, was den Preis nahe dem nationalen Median hält.
Online-Nachhilfe überwindet geografische Grenzen. Wer in einer Region mit kleinem Tutorenmarkt lebt, kann über das Online-Format auf ein bundesweites Angebot zugreifen. Das erklärt, warum der nationale Online-Medianpreis trotz regionaler Unterschiede auf Höhe des Präsenzmedians liegt.
Private Nachhilfe ist für viele Familien ein fester Posten bei den Bildungsausgaben. Im Median kosten 20 € pro Stunde. Je nach Wohnort zahlen Familien zwischen 15 und 24,50 €, je nach Fach zwischen 15 und 30 €. Online-Unterricht kostet im Median genauso viel wie Präsenzunterricht, bei stark nachgefragten Spezialfächern aber mehr.
Diese Nachhilfe-Studie erscheint als Preisindex von nachhilfeunterricht.de quartalsweise. Die Ausgabe 2026 basiert auf 35.278 ausgewerteten Anzeigen aus 20 Großstädten und 30 Fächern.
Der nationale Median für private Nachhilfe liegt bei 20 € pro Stunde, sowohl für Präsenz- als auch für Online-Unterricht. Die tatsächlichen Preise variieren je nach Fach, Stadt und Qualifikation der Lehrkraft zwischen 15 und 30 € pro Stunde.
Bonn ist mit einem Medianpreis von 24,50 € pro Stunde die teuerste der 20 untersuchten Großstädte. Am günstigsten ist Nachhilfe in Bielefeld mit 15,00 €. Berlin, Frankfurt am Main und Stuttgart liegen auf dem nationalen Median von 20 €.
Im nationalen Median kostet Online-Nachhilfe genauso viel wie Präsenzunterricht: 20 € pro Stunde. Bei Spezialthemen mit hoher bundesweiter Nachfrage wie Jura kostet Online-Unterricht mit 40 € mehr als Präsenzunterricht (30 €). Bei Fächern mit großem Online-Angebot wie Latein oder Wirtschaft liegt der Online-Preis dagegen deutlich niedriger.
Jura, Klavier und Yoga kosten im Median je 30 € pro Stunde. Geschichte ist mit 15 € das günstigste der 30 untersuchten Fächer. MINT-Fächer und die meisten Fremdsprachen liegen bei 18 bis 22 €.
Bei zwei Stunden Nachhilfe pro Woche und dem nationalen Medianpreis von 20 € entstehen über ein Schuljahr (ca. 38 Wochen) Kosten von rund 1.520 €. In Bonn steigt dieser Betrag auf über 1.860 €, in Bielefeld liegt er bei rund 1.140 €.