Inhaltsverzeichnis
Hobbys sind für viele Erwachsene in Deutschland ein wichtiger Zugang zu Lernen und persönlicher Entwicklung.
Wohlbefinden, Ausgleich und Stressabbau stehen klar im Vordergrund – berufliche Ziele spielen meist eine Nebenrolle.
Zeitmangel und Kosten sind die größten Hürden beim Einstieg und Durchhalten.
Viele Hobbys besitzen ein unterschätztes berufliches Potenzial, das oft nicht erkannt oder genutzt wird.
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In ganz Deutschland spielen Hobbys eine kleine, aber wichtige Rolle im Alltag. Neben Arbeit, Familie und Routinen schaffen sie Raum, um Interessen zu entdecken, Neues zu lernen oder einfach Zeit mit dem zu verbringen, was sich erfüllend anfühlt. In letzter Zeit haben diese persönlichen Interessen eine größere Bedeutung gewonnen. Während sich das Arbeitsleben wandelt und viele Menschen nach mehr Flexibilität, Kreativität und Ausgleich suchen, sind Hobbys oft der Ort, an dem Lernen beginnt. Für viele Erwachsene bieten sie eine Möglichkeit mit wenig Druck, Fähigkeiten aufzubauen, neue Ideen auszuprobieren oder wieder mit einer Neugier in Kontakt zu kommen, die im Alltag leicht verloren geht.

Um zu verstehen, wie Erwachsene in Deutschland heute mit Hobbys umgehen, hat Nachhilfeunterricht eine bundesweite Studie durchgeführt. Untersucht wurde, was Menschen lernen möchten, wie sie dabei vorgehen und welche Hürden ihnen im Weg stehen. Die Studie erläutert außerdem, für welche Hobbys sich Menschen interessieren, wie viel Zeit sie dafür aufwenden und wie häufig persönliche Interessen zu Nebenprojekten oder neuen Möglichkeiten werden.
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Wunsch nach Veränderung und persönlicher Weiterentwicklung. Mehr als jede fünfte erwachsene Person (22 %) gibt an, dass der Beginn eines neuen Hobbys oder das Erlernen einer neuen Fähigkeit zu den Neujahrsvorsätzen gehört. Das deutet darauf hin, dass viele aktiv nach Wegen suchen, sich außerhalb formaler Bildung oder des Berufsalltags weiterzuentwickeln. Durch die Kombination von Umfrageergebnissen mit Suchtrends, Arbeitsmarktdaten und regionalen Analysen konnten wir aufzeigen, wie Hobbys das Lernen im Erwachsenenalter in ganz Deutschland prägen.
Die Studie macht nicht nur sichtbar, wofür sich Menschen interessieren, sondern auch, wie zugänglich diese Lernwege tatsächlich sind – und an welchen Stellen gezielte Unterstützung den größten Unterschied machen kann. Die beliebtesten Hobbys unter Erwachsenen in Deutschland Hobbys in Deutschland entstehen oft aus dem Alltag heraus.
Die beliebtesten Aktivitäten sind vertraut, praktisch und lassen sich gut mit Beruf und Familienleben vereinbaren. Kochen und Backen liegen mit großem Abstand an der Spitze: Mehr als zwei Drittel der Erwachsenen (68 %) gehen diesen Tätigkeiten aktiv nach. Dicht dahinter folgen Outdoor-Hobbys wie Radfahren (43 %) und Wandern (41%), die über alle Altersgruppen hinweg beliebt sind und zeigen, wie Bewegung und Zeit an der frischen Luft fest im Alltag verankert sind.
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Rang |
Hobby |
% der Deutschen die es machen |
|
1 |
Kochen / Backen |
68% |
|
2 |
Radfahren |
43% |
|
3 |
Wandern |
41% |
|
4 |
Fotografie |
27% |
|
5 |
Sprachen |
27% |
|
6 |
Invertieren |
26% |
|
7 |
Malen/Zeichnen |
21% |
|
8 |
Meditation |
17% |
|
9 |
Stricken/Häkeln |
17% |
|
10 |
Fußball |
15% |
Während diese Gewohnheiten generationsübergreifend ähnlich sind, beeinflusst das Alter dennoch die Art und Weise, wie Menschen sich mit ihren Hobbys beschäftigen. Kochen und Backen werden mit zunehmendem Alter häufiger und erreichen ihren Höhepunkt bei den 55- bis 64-Jährigen. Radfahren und Wandern hingegen sind besonders bei Erwachsenen in den 30ern, 40ern und frühen 50ern beliebt – also bei Altersgruppen, die oft einen vollen Alltag mit dem Wunsch nach Aktivität verbinden.

Neben diesen langjährigen Favoriten zeigt sich ein deutliches Interesse an kompetenzorientierten und zukunftsbezogenen Hobbys. Fast drei von zehn Erwachsenen (27 %) geben an, bereits Zeit mit dem Erlernen von Sprachen zu verbringen, was vor allem bei jüngeren Erwachsenen und Personen in der Mitte ihrer Berufslaufbahn auf großes Interesse stößt. Kreative Hobbys wie Fotografie und Malen sprechen hingegen alle Altersgruppen an und bleiben auch bis ins höhere Alter beliebt.
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Ein Blick auf die Hobbys, die Menschen neu beginnen möchten, liefert weitere Einblicke in aufkommende Interessen. Kreative und reflektierende Beschäftigungen wie Keramik, Fotografie, Yoga und Meditation sind besonders gefragt. Das deutet auf den Wunsch hin, das Tempo zu verlangsamen, sich zu fokussieren und etwas Greifbares zu erlernen.
Freude und Wohlbefinden stehen im Mittelpunkt der Hobbywahl. Rund zwei Drittel der Erwachsenen geben an, dass Hobbys eine willkommene Abwechslung vom Alltag bieten (65 %) und dabei helfen, Stress abzubauen oder das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern (65 %). Körperliche Aktivität ist nahezu ebenso wichtig: 64 % nennen Bewegung als zentrale Motivation.
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Rang |
Motivation |
% der Deutschen mit dieser Motivation |
|---|---|---|
|
1 |
Eine unterhaltsame Abwechslung vom Alltag zu haben |
65 % |
|
2 |
Stress abzubauen oder das Wohlbefinden zu verbessern |
65 % |
|
3 |
Körperlich aktiver zu sein |
64 % |
|
4 |
Um sich in der Freizeit produktiver zu fühlen |
56 % |
|
5 |
Sich auf neue Weise herauszufordern |
53 % |
|
6 |
Um häufiger aus dem Haus zu kommen |
51 % |
|
7 |
Eine praktische Fähigkeit für den Alltag zu erlernen |
50 % |
|
8 |
Kreativität auszuleben |
47 % |
|
9 |
Weniger Zeit vor Bildschirmen zu verbringen |
44 % |
|
10 |
Eigene Zeit ohne Familie, Freunden und Verpflichtungen zu genießen |
44 % |
Dennoch verändern sich die Motive je nach Alter deutlich. Jüngere Erwachsene verbinden Hobbys wesentlich häufiger mit zukünftigen Chancen. Unter den 18- bis 24-Jährigen geben 62 % an, dass bessere Karriereperspektiven ihre Hobbywahl beeinflussen, und 59 % nennen als Ziel, ein Nebeneinkommen oder ein Side-Projekt aufzubauen. Diese Werte nehmen mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab. Das deutet darauf hin, dass Hobbys in jüngeren Lebensphasen oft als experimentell und karriereprägend wahrgenommen werden, bevor sie später stärker auf Ausgleich, Wohlbefinden und Freude ausgerichtet sind.

Auch die jeweilige Lebensphase spielt eine wichtige Rolle. Voll- und Teilzeitbeschäftigte greifen besonders häufig auf Hobbys zurück, um Stress zu bewältigen und persönliche Zeit zurückzugewinnen. Studierende zeigen hingegen eine stärkere Motivation in Bezug auf berufliche Entwicklung und Einkommensmöglichkeiten. Ruheständlerinnen und Ruheständler legen dagegen eher Wert auf Genuss, feste Routinen und soziale Kontakte.
Wie viel Zeit verbringen Deutsche damit, ein neues Hobby zu lernen? Die meisten Hobbys lassen sich gut in den Alltag integrieren. Kochen und Backen erfordern dabei den größten regelmäßigen Zeitaufwand mit durchschnittlich 5,6 Stunden pro Monat. Es folgen Häkeln oder Stricken (4,6 Stunden), Wandern (4,5 Stunden) und Radfahren (4,0 Stunden).
Kreative und kompetenzbasierte Hobbys gehen in der Regel mit einer gleichmäßigen, aber moderaten Beschäftigung einher. Das Erlernen einer Sprache (3,8 Stunden), das Erkunden von KI (3,7 Stunden), Yoga oder Meditation (rund 3,5 Stunden) sowie das Spielen eines Musikinstruments (3,9 Stunden) werden meist schrittweise in den Alltag eingebunden. Das deutet darauf hin, dass Fortschritte eher durch Regelmäßigkeit als durch Intensität entstehen.
Insgesamt zeigen diese Muster, dass das Lernen von Hobbys in Deutschland flexibel, sozial geprägt und stark von den jeweiligen Lebensphasen beeinflusst ist. Menschen passen ihre Lernweise an ihre Routinen, ihr Selbstvertrauen und ihre Ziele an und wählen Methoden, die sich machbar, persönlich und motivierend anfühlen.
Obwohl das Interesse an Hobbys weit verbreitet ist, ist der Einstieg und das langfristige Dranbleiben nicht immer einfach. Für viele Erwachsene in Deutschland liegen die größten Hürden eher im Praktischen als im Persönlichen – geprägt von Zeitmangel, fehlender Energie, Kosten und begrenztem Zugang.
|
Hürden beim Lernen |
% der Deutschen, die dies als Hürde beim Lernen angeben |
|
Hohe Kosten für Kurse oder Ausstattung |
27% |
|
Mangelnde Motivation |
23 % |
|
Zeitmangel aufgrund der Arbeit |
21% |
|
Zu müde nach der täglichen Arbeit oder anderen Aktivitäten |
20% |
|
Begrenzte Angebote in meiner Region |
18% |
|
Schwierigkeiten, dauerhaft dranzubleiben |
18% |
|
Zeitmangel aufgrund familiärer Verpflichtungen |
17% |
|
Nicht zu wissen, wo man anfangen soll |
14% |
|
Freizeit lieber zur Erholung nutzen |
13% |
|
Zeitmangel aufgrund sozialer Verpflichtungen |
12% |
Das häufigste Hindernis sind die Kosten. Mehr als ein Viertel der Befragten (27 %) gibt an, dass die hohen Preise für Kurse oder Ausrüstung den Einstieg in ein neues Hobby erschweren. Besonders betroffen sind Teilzeitbeschäftigte, Selbstständige und aktuell nicht erwerbstätige Erwachsene – obwohl gerade diese Gruppen besonders von niedrigschwelligen und flexiblen Möglichkeiten profitieren könnten, neue Fähigkeiten zu erlernen oder Einkommensperspektiven zu erkunden. Bei Nachhilfeunterricht bieten die meisten Lehrkräfte eine kostenlose Probestunde an, was eine gute Gelegenheit ist, unverbindlich hineinzuschnuppern, bevor man sich festlegt.
Zeitdruck folgt dicht dahinter. Berufliche Verpflichtungen (21 %), familiäre Verantwortung (17 %) und soziale Verpflichtungen (12 %) schränken den Spielraum ein, etwas Neues auszuprobieren. Bei Vollzeitbeschäftigten sticht der Zeitmangel durch die Arbeit besonders hervor: 38 % nennen ihn als zentrales Hindernis, gefolgt von Erschöpfung nach den täglichen Verpflichtungen (28 %). Bei Studierenden zeigt sich ein anderes Bild – hier stellen soziale Verpflichtungen und die Unsicherheit darüber, wo man anfangen soll, häufigere Hürden dar als die Arbeit selbst.
Auch Motivation und Durchhaltevermögen spielen eine Rolle. Knapp jede vierte erwachsene Person (23 %) nennt mangelnde Motivation als Hindernis, während 18 % Schwierigkeiten haben, nach dem Start langfristig dranzubleiben. Diese eher „weichen“ Barrieren überschneiden sich häufig mit Müdigkeit und festgefahrenen Routinen, insbesondere bei Menschen mit mehreren gleichzeitigen Verpflichtungen.
Für manche macht auch der Wohnort einen Unterschied. Rund 18 % der Erwachsenen geben an, dass sie ihre Hobbys aufgrund begrenzter Angebote in ihrer Region nur schwer verfolgen können. Diese Erfahrung ist jedoch nicht gleichmäßig verteilt: In Städten wie Essen, Hamburg und Frankfurt wird der Zugang häufiger als Problem wahrgenommen. Das zeigt, wie stark lokale Gegebenheiten Lern- und Beteiligungsmöglichkeiten entweder fördern oder unauffällig einschränken können.

Insgesamt deuten diese Hürden darauf hin, dass viele Menschen lernen möchten – das Lernen sich jedoch an das reale Leben anpassen muss, statt mit ihm zu konkurrieren.
Selbst wenn Menschen mit einem Hobby beginnen, sind viele davon nur von kurzer Dauer. Im Durchschnitt geben Erwachsene ein Hobby innerhalb von sechs Monaten wieder auf, wobei sich dies je nach Aktivität deutlich unterscheidet.
Körperlich anspruchsvolle oder stark kompetenzbasierte Hobbys wie Radfahren, Fußball, Musik oder Häkeln werden häufig über längere Zeiträume hinweg ausgeübt – im Schnitt etwa acht Monate (35–39 Wochen), bevor sie aufgegeben werden. Diese Aktivitäten gehen oft mit klaren Routinen oder sozialen Strukturen einher, was die Beständigkeit unterstützen kann.

Im Gegensatz dazu werden neuere oder stärker technische Hobbys schneller abgebrochen. Besonders deutlich zeigt sich das beim Thema KI: Lernende hören hier im Durchschnitt bereits nach knapp zehn Wochen wieder auf. Das könnte darauf hindeuten, dass die Motivation schnell nachlässt, wenn Fortschritte schwer erkennbar sind oder Lernwege wenig Struktur bieten. Ähnliche Muster zeigen sich bei Aktivitäten wie Padel, Pilates und Yoga, die häufig auf regelmäßige Anleitung angewiesen sind, um die Motivation aufrechtzuerhalten.
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Auch das Alter spielt eine wichtige Rolle für die Dauer, mit der Menschen an einem Hobby festhalten. Jüngere Erwachsene brechen Hobbys deutlich früher ab als ältere Lernende. Bei den 18- bis 24-Jährigen werden viele Aktivitäten bereits nach wenigen Wochen aufgegeben – insbesondere kreative und gesundheitsorientierte Hobbys. Das deutet eher auf eine Phase des Ausprobierens als auf langfristige Bindung hin.
Insgesamt spiegelt das Aufgeben eines Hobbys selten mangelndes Interesse wider. Vielmehr weist es auf eine Diskrepanz zwischen guten Vorsätzen und vorhandener Unterstützung hin – sei es in Form von Zeit, Energie, Anleitung oder Klarheit über den eigenen Fortschritt. Für viele Erwachsene besteht die eigentliche Herausforderung nicht darin, ein Hobby zu beginnen, sondern es langfristig in den Alltag zu integrieren.
Für viele Erwachsene sind Hobbys in erster Linie eine Quelle der Freude. Über nahezu alle Aktivitäten hinweg gibt der größte Teil der Befragten an, ihnen aus rein persönlichem Interesse nachzugehen und nicht mit dem Ziel, Einkommen zu erzielen. Dennoch beginnt eine relevante Minderheit, Hobbys als mehr zu betrachten – etwa als Möglichkeit, zusätzliches Geld zu verdienen, nützliche Fähigkeiten aufzubauen oder langfristig neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.
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Die Einschätzung, ob sich Hobbys monetarisieren lassen, variiert deutlich, wobei praktische und technische Fähigkeiten vorne liegen. Investieren sticht dabei besonders hervor: 40 % der Lernenden sind überzeugt, dass sich damit zusätzliches Einkommen erzielen lässt. Dieser Wert liegt deutlich höher als bei allen anderen Hobbys und spiegelt die direkte Verbindung zu finanziellen Ergebnissen wider. Auch KI fällt auf: 15 % glauben, dass sich daraus Einkommensmöglichkeiten ergeben können, ebenso wie bei Keramik, Padel und bestimmten Sportarten, bei denen Coaching- oder Unterrichtsmöglichkeiten bestehen.
Unter denjenigen, die mit ihren Hobbys Geld verdienen, fällt das jährliche Einkommen meist eher bescheiden, aber dennoch spürbar aus. Die meisten hobbybasierten Nebenbeschäftigungen bringen mehrere Hundert Euro pro Jahr ein – häufig zusätzlich zu einer Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung.
|
Hobby / Nebenbeschäftigung |
Durchschnittliches Jahreseinkommen derjenigen, die mit ihrem Hobby Geld verdienen |
% der Deutschen, die mit diesem Hobby Geld verdienen |
|---|---|---|
|
Investieren |
1.189 € |
24 % |
|
Programmieren / Coding |
805 € |
10 % |
|
Digitales Marketing |
789 € |
12 % |
|
Sprachen |
784 € |
11 % |
|
Grafikdesign |
759 € |
12 % |
|
UX/UI design |
748 € |
9 % |
|
Content-Erstellung |
740 € |
11 % |
|
Kochen |
710 € |
12 % |
|
Krafttraining / Fitnessanleitung |
676 € |
11 % |
|
Backen |
669 € |
13 % |
|
Musik - Instrument spielen |
647 € |
11 % |
|
Handarbeiten (z. B. Keramik, Nähen, Stricken) |
634 € |
12 % |
|
Zeichnen / Malen |
633 € |
11 % |
|
Fotografie / Videografie |
587 € |
11 % |
|
Achtsamkeits- / Wellbeing-Coaching |
583 € |
9 % |
|
Heimwerken (DIY) |
578 € |
12 % |
|
511 € |
12 % |
|
|
Hundesitting |
510 € |
11 % |
|
Musik – Gesang |
471 € |
10 % |
Erneut steht das Investieren an der Spitze: Unter denjenigen, die dieses Hobby monetarisieren, liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen bei etwas über 1.180 Euro. Zudem gibt fast ein Viertel der Deutschen an, damit bereits Geld zu verdienen. Auch digitale und kreative Fähigkeiten schneiden stark ab. Tätigkeiten wie digitales Marketing, Programmieren, UX/UI-Design, Grafikdesign, Sprachen und Content-Erstellung erzielen im Durchschnitt zwischen 700 und 800 Euro pro Jahr und unterstreichen damit das Einkommenspotenzial übertragbarer, gefragter Kompetenzen.
Auch traditionellere Hobbys wie Kochen, Backen, Handarbeiten, Fotografie und Musik bringen rund jeder zehnten erwachsenen Person Einnahmen. Das deutet darauf hin, dass die Monetarisierung häufig informell, schrittweise und eher durch Gelegenheiten als durch eine klare Absicht entsteht. Für viele geht es beim Geldverdienen mit einem Hobby weniger darum, ein Haupteinkommen zu ersetzen, sondern vielmehr darum, Ideen zu testen, Selbstvertrauen aufzubauen oder Kosten auszugleichen.
Über das Einkommen hinaus spielen Hobbys zunehmend eine Rolle dabei, wie Erwachsene über ihre berufliche Zukunft nachdenken. Auf die Frage, welche Fähigkeiten das größte Potenzial haben, die Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern, stehen Sprachkenntnisse insgesamt an erster Stelle: 21 % der Befragten nennen sie als besonders relevant. Diese Einschätzung zeigt sich branchenübergreifend und verdeutlicht, dass Sprachkenntnisse in unterschiedlichen Rollen, Sektoren und Karrierestufen von Bedeutung sind.

Auch Investieren, digitales Marketing, Programmieren und Kochen erzielen hohe Werte, wobei ihr wahrgenommener Nutzen je nach Branche variiert. So gilt digitales Marketing insbesondere in kreativen, Marketing- und Medienberufen als relevant, während Kochen und Backen vor allem im Gastgewerbe und im Freizeitbereich einen höheren Stellenwert haben. Programmieren sowie UX/UI-Design werden vor allem mit Technologie- und Ingenieurberufen in Verbindung gebracht, während Content-Erstellung besonders stark in Medien-, Marketing- und Kreativbranchen verankert ist.
Insgesamt deutet dies auf einen grundlegenden Wandel hin: Hobbys werden nicht mehr nur als Tätigkeiten außerhalb des Berufslebens betrachtet, sondern zunehmend als Räume, in denen zukünftige Fähigkeiten erprobt, Selbstvertrauen aufgebaut und neue berufliche Möglichkeiten entwickelt werden.
Unsere Analyse von Arbeitsmarkt- und Suchdaten verdeutlicht, wo Hobbyinteressen mit der tatsächlichen Nachfrage übereinstimmen – und wo weiterhin deutliche Lücken bestehen.
In ganz Deutschland ist die Nachfrage besonders hoch nach Fähigkeiten, die Kreativität, Praxisnähe und digitale Kompetenz vereinen. Zeichnen und Malen erscheinen in 53.226 Stellenanzeigen und sind damit die am häufigsten genannten Fähigkeiten. Dicht dahinter folgen Sprachkenntnisse, die in 21.403 Jobanzeigen erwähnt werden und ihre breite Relevanz über Branchen und Tätigkeitsfelder hinweg unterstreichen.
Auch finanzielle und praktische Fähigkeiten sind stark vertreten. Investieren wird in 10.714 Stellenanzeigen genannt, während Backen in 9.188 Anzeigen auftaucht – ein Zeichen für eine stabile Nachfrage in den Bereichen Finanzen, Gastronomie und kleine Unternehmen. Musikalische Fähigkeiten, insbesondere das Spielen von Instrumenten, finden sich in 6.015 Stellenangeboten und stehen häufig im Zusammenhang mit Bildung, Medien und gemeinwohlorientierten Tätigkeiten.

Die Suchdaten zeigen zudem, wo das Interesse bereits wächst. Einige Fähigkeiten stoßen auf außergewöhnlich hohe Neugier. Hundesitting verzeichnet durchschnittlich 12.100 Suchanfragen pro Monat, obwohl es in diesem Datensatz nicht in Stellenanzeigen erscheint. Auch Kochen (10.620 Suchanfragen pro Monat) und Sprachen (6.620) genießen anhaltend großes Interesse. Zeichnen und Malen bleiben ebenfalls beliebte Suchthemen mit durchschnittlich 6.280 Suchanfragen pro Monat – ein Hinweis darauf, wie zugänglich diese Fähigkeiten für Menschen wirken, die etwas Neues ausprobieren möchten.
Mehrere Fähigkeiten mit hoher Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sind als Hobbys bislang weniger fest etabliert. Ein klares Beispiel dafür ist das Investieren. Obwohl es in 10.714 Stellenanzeigen erscheint, geben nur 13 % der Lernenden an, es in eine Nebenbeschäftigung umwandeln zu wollen – trotz der Tatsache, dass 40 % davon überzeugt sind, damit zusätzliches Einkommen erzielen zu können.
Stattdessen wird Investieren häufiger als zukunftsorientierte Fähigkeit betrachtet. 22 % sagen, dass sie es erlernen, weil es ihnen später nützlich sein könnte, 10 % bringen es mit ihrer Beschäftigungsfähigkeit in Verbindung, und lediglich 6 % sehen darin einen möglichen beruflichen Neustart. Das deutet darauf hin, dass das Vertrauen in den Wert des Investierens zwar vergleichsweise hoch ist, es jedoch an Klarheit darüber mangelt, wie diese Fähigkeit konkret angewendet werden kann oder wann sich ein stärkeres Engagement lohnt.
Sprachen zeigen eine der deutlichsten Übereinstimmungen zwischen Suchinteresse, Arbeitsmarktnachfrage und wahrgenommener Beschäftigungsfähigkeit. Dennoch nimmt die Teilnahme an entsprechenden Lernangeboten mit dem Alter ab. Das legt nahe, dass der Wert von Sprachkenntnissen zwar allgemein anerkannt ist, der Zugang zu kontinuierlichem Lernen und das langfristige Dranbleiben jedoch im späteren Lebensverlauf schwieriger werden können.

KI weist eine andere Art von Lücke auf. Obwohl Interesse und wahrgenommene Relevanz für die Beschäftigungsfähigkeit hoch sind, ist das Engagement oft nur von kurzer Dauer. Die Umfragedaten zeigen, dass Lernende im Durchschnitt nach weniger als zehn Wochen wieder aufhören. Das macht deutlich, dass Neugier allein nicht ausreicht – gerade bei technischen Fähigkeiten sind Struktur und Unterstützung entscheidend, um nachhaltige Fortschritte zu ermöglichen.
Die Daten machen zudem Fähigkeiten sichtbar, die weit verbreitet ausgeübt werden, deren berufliches Potenzial jedoch häufig unterschätzt wird. Kochen und Backen verzeichnen zusammen 11.710 monatliche Suchanfragen und tauchen in Tausenden von Stellenanzeigen auf, werden jedoch meist als reine Freizeitinteressen betrachtet. 49 % der Lernenden geben an, dass sie kochen oder backen ausschließlich aus Freude ausüben, während nur 14 % glauben, dass Kochen das Potenzial hat, die Beschäftigungsfähigkeit deutlich zu verbessern (beim Backen sagen dies 10 %).
Ein ähnliches Muster zeigt sich bei handwerklichen Fähigkeiten wie Keramik, Nähen und Stricken. Diese Tätigkeiten erreichen durchschnittlich 3.500 Suchanfragen pro Monat, doch nur 5 % der Befragten sehen darin ein hohes Potenzial für die Beschäftigungsfähigkeit – trotz ihrer Relevanz in kreativen Branchen und im kleingewerblichen Bereich.
Auch Zeichnen und Malen weisen diese Diskrepanz auf. Obwohl sie in 53.226 Stellenanzeigen erscheinen und monatlich 6.280 Suchanfragen verzeichnen, geben 39 % der Lernenden an, diese Fähigkeiten ausschließlich aus persönlichem Interesse zu verfolgen. Nur 6 % schreiben ihnen einen hohen beruflichen oder arbeitsmarktrelevanten Wert zu.
Insgesamt zeigen die Zahlen, dass Interesse, Zugänglichkeit und tatsächliche Chancen nicht immer im Einklang stehen. Einige der am stärksten nachgefragten Fähigkeiten haben Schwierigkeiten, sich als niedrigschwellige Hobbys zu etablieren, während andere mit klarem wirtschaftlichem Wert weiterhin vor allem als Freizeitbeschäftigungen wahrgenommen werden.
Diese Lücke zu schließen – indem Lernwege klarer aufgezeigt, wahrgenommene Hürden gesenkt und Erwachsene dabei unterstützt werden, zu verstehen, wie sich Fähigkeiten in reale berufliche Chancen übersetzen lassen – könnte mehr Menschen ermöglichen, persönliche Interessen in praxisnahe, zukunftsfähige Kompetenzen zu verwandeln.
Bei Nachhilfeunterricht wird Lernen selten als geradliniger Prozess verstanden. Expertinnen und Experten auf der Plattform erleben regelmäßig, dass Erwachsene zunächst mit Neugier kommen – mit einem Interesse, das sie erkunden möchten, einer Fähigkeit, die sie ausprobieren wollen, oder einem Hobby, das sie seit Jahren vor sich herschieben. Was als etwas Persönliches beginnt, wird durch kontinuierliches Lernen mit der richtigen Unterstützung oft ganz selbstverständlich zu etwas Praktischem.
Pietro Navarra, Englischlehrer und Personal-Coaching-Mentor bei Nachhilfeunterricht, erklärt, wie man eine neue Fähigkeit erlernen kann, ohne sich von den täglichen Verpflichtungen überfordert zu fühlen:
„Du brauchst keine stundenlangen Lerneinheiten, um eine neue Fähigkeit zu entwickeln – entscheidend sind gezielte Wiederholungen. Statt nach „freier Zeit“ zu suchen (die es meist ohnehin nicht gibt), integriere 20–30-minütige Mikro-Lerneinheiten in Zeitfenster, die du bereits hast: vor dem Kaffee, nach dem Abendessen oder am Wochenende. Entscheidend ist nicht die Dauer, sondern die Regelmäßigkeit.
Zwanzig Minuten am Tag an sechs Tagen sind wirkungsvoller als drei Stunden an einem Sonntag. Das Gehirn lernt durch kontinuierliche Wiederholung, nicht durch gelegentliche Lernmarathons. Und falls dir 20 Minuten zu wenig erscheinen: In einem Jahr kommen so über 120 Stunden zusammen – mehr als in vielen Universitätskursen. Wachstum ist kein einzelnes Ereignis, sondern ein System. Baue es klein auf, gestalte es nachhaltig und lass die Zeit für dich arbeiten.”
Pietro teilt außerdem seinen wichtigsten Tipp, um dranzubleiben, wenn die anfängliche Begeisterung nachlässt:
„Was ist der wichtigste Rat, um konsequent dranzubleiben, wenn die anfängliche Begeisterung für ein neues Projekt nachlässt? Vergiss Motivation. Baue stattdessen ein System auf, das nicht davon abhängt, wie du dich gerade fühlst. Motivation ist eine instabile emotionale Ressource: Sie ist da, wenn alles gut läuft, und verschwindet, sobald man müde oder entmutigt ist. Disziplin hingegen ist Struktur – man legt im Voraus fest, wann, wo und wie man handelt, und setzt es dann unabhängig von der eigenen Stimmung um.
Das Geheimnis liegt darin, die Handlung so klein und klar zu gestalten, dass sie kaum Willenskraft erfordert. Nicht: „Ich möchte kochen lernen“, sondern: „Jeden Sonntagmorgen um 10:00 Uhr ein neues Rezept.“ Identität entsteht durch wiederholte Handlungen, nicht durch kurzfristige Emotionen. Wer darauf wartet, sich motiviert zu fühlen, wird ewig warten. Wer handelt, auch ohne Motivation, baut sich Schritt für Schritt ein Leben auf.”
Abschließend ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass Hobbys nicht zu einem Beruf werden müssen, um wertvoll zu sein. Für manche bedeutet Erfolg, zusätzliches Einkommen zu erzielen oder berufsrelevante Fähigkeiten zu entwickeln. Für andere heißt Erfolg, das eigene Wohlbefinden, die Kreativität oder das Selbstvertrauen zu stärken. Entscheidend ist dabei weniger, wohin ein Hobby führt, sondern welchen Raum es unterwegs für persönliches Wachstum schafft.
Diese Studie untersucht, wie Erwachsene in Deutschland Hobbys ausüben, wie sich diese Interessen in die Entwicklung von Fähigkeiten übersetzen und inwieweit sie mit der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt übereinstimmen. Die Analyse kombiniert eine eigene Umfrage mit Arbeitsmarkt- und Suchdaten.
Die Primärdaten stammen aus einer bundesweiten Befragung von 1.549 Erwachsenen in Deutschland. Untersucht wurden die Ausübung von Hobbys, Motivation, Zeitaufwand, Hürden sowie mögliche Zusammenhänge mit Einkommen oder Beschäftigungsfähigkeit. Die Ergebnisse wurden sowohl auf nationaler Ebene als auch nach Alter, Erwerbsstatus und nächstgelegener Stadt ausgewertet.
Zur Bewertung der Nachfrage nach hobbybezogenen Fähigkeiten wurden Stellenanzeigen von Glassdoor Deutschland analysiert. Mithilfe deutschsprachiger Suchbegriffe wurde die Anzahl aktiver Jobangebote zum Stichtag 8. Januar 2025 erfasst.
Das Suchinteresse wurde mithilfe des Google Keyword Planners untersucht. Analysiert wurden das durchschnittliche monatliche Suchvolumen, Entwicklungen im Jahresvergleich sowie Suchspitzen in den vergangenen zwölf Monaten, jeweils mit Standort Deutschland. Wo mehrere Keyword-Varianten existierten, wurde ein einheitlicher Begriff verwendet, um die Vergleichbarkeit sicherzustellen.