Der Bildungszugang variiert in Deutschland und Italien stark je nach Region und Wohnort
Strukturelle Faktoren wie Schuldichte, Lehrkräfteverfügbarkeit und zusätzliche Unterstützung prägen die Chancen von Kindern früh
Der Bildungszugangs-Index von Nachhilfeunterricht macht diese regionalen Unterschiede erstmals systematisch vergleichbar
Ungleicher Zugang ist kein Randphänomen, sondern betrifft leistungsstarke wie strukturschwächere Regionen gleichermaßen
Chancengleichheit erfordert gezielte Maßnahmen, bevor regionale Unterschiede langfristige Bildungsnachteile verfestigen
In ganz Europa haben Jahrzehnte von Bildungsreformen und steigende Erwartungen darauf abgezielt, einen gerechteren Zugang zu Bildung zu schaffen. Grundsätzlich sollte der Wohnort eines Kindes nicht darüber entscheiden, welche Chancen ihm offenstehen. In der Praxis ist die Realität jedoch deutlich anders.
Um besser zu verstehen, wie sich diese Unterschiede vor Ort konkret auswirken, hat Nachhilfeunterricht zwei der größten und einflussreichsten Bildungssysteme Europas untersucht: Deutschland und Italien. Beide haben uneinheitliche Systeme, die von Großstädten bis hin zu ländlichen Regionen reichen – und in beiden gibt es klare regionale Unterschiede beim Bildungszugang.
Der Bildungszugangs-Index macht diese Unterschiede deutlich. Analysiert wurden unter anderem die Anzahl der Schulen, die Schüler*innen-Lehrer-Relation, das Leistungsniveau der Schüler*innen sowie die Verfügbarkeit von Tutor*innen von LeTueLezioni und Nachhilfeunterricht in ganz Deutschland und Italien.
Die Ergebnisse zeigen, welche Regionen junge Lernende besonders gut unterstützen und wo der Zugang zu Bildung deutlich eingeschränkter ist. Die dabei auftretenden Unterschiede sind strukturell und erheblich. Sie prägen die Bildungschancen von Kindern lange, bevor Prüfungen oder Entscheidungen über ein Studium anstehen.

Lehrkräfte sind in allen Regionen ähnlich engagiert. Sie geben ihr Bestes – auch dann, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Die Unterschiede, die der Index zeigt, sagen daher nichts über ihre Einsatzbereitschaft aus, sondern über die sehr unterschiedlichen Bildungssysteme, in denen sie arbeiten.
Das wirft eine einfache Frage auf: Wenn Bildung gleiche Chancen bieten soll, was passiert dann, wenn der Zugang von Stadt zu Stadt oder von Bundesland zu Bundesland stark variiert? Wer diese Unterschiede verstehen will, muss sie ernst nehmen – nur so kann ein System entstehen, das wirklich alle Kinder unterstützt.
In Deutschland entscheidet der Wohnort mehr über die Bildungschancen als über persönliche Ambitionen.
|
Rank |
Bundesland |
Anzahl an Schulen |
Anzahl an Schulen pro 10.000 Einwohner |
Anzahl der Hochschulen / Universitäten |
Anzahl der Lehrkräfte pro Schüler*in |
Ausgaben für Bildung pro Schüler*in |
Relation von Förderlehrkräften zu Schüler*innen mit Behinderungen |
Anteil von Kindern aus niedrigen sozioökonomischen Verhältnissen an Gymnasien |
Anzahl verfügbarer Nachhilfelehrkräfte nach Region |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Berlin | 1.333 | 21 | 38 | 12,6 | 13.400 € | 4,6 | 37 % | 127 |
| 2 | Hamburg | 673 | 21 | 19 | 12,6 | 12.300 € | 5,1 | 30 % | 97 |
| 3 | Brandenburg | 1.469 | 35 | 19 | 12,6 | 9.700 € | 7,2 | 35 % | 68 |
| 4 | Hessen | 3.688 | 34 | 35 | 13 | 9.600 € | 3,7 | 27 % | 322 |
| 5 | Baden-Württemberg | 5.072 | 26 | 67 | 13 | 9.600 € | 7,2 | 27 % | 470 |
| 6 | Saarland | 311 | 20 | 6 | 12,1 | 9.600 € | 8,2 | 30 % | 59 |
| 7 | Bremen | 212 | 18 | 7 | 12,8 | 9.800 € | 5,7 | 21 % | 48 |
| 8 | Nordrhein-Westfalen | 5.109 | 16 | 68 | 13 | 8.900 € | 5,8 | 27 % | 856 |
| 9 | Thüringen | 866 | 26 | 13 | 13,1 | 10.200 € | n/a | 27 % | 71 |
| 10 | Schleswig-Holstein | 1.359 | 28 | 13 | 13,5 | 9.500 € | 4,6 | 27 % | 88 |
| 11 | Bayern | 4.641 | 25 | 29 | 12,7 | 9.300 € | 7,4 | 28 % | 253 |
| 12 | Niedersachsen | 3.419 | 22 | 21 | 13,3 | 9.100 € | 7,2 | 31 % | 142 |
| 13 | Rheinland-Pfalz | 1.524 | 21 | 47 | 13,3 | 11.300 € | 7,1 | 20 % | 489 |
| 14 | Sachsen-Anhalt | 865 | 26 | 11 | 13,5 | 9.200 € | 8,2 | 30 % | 61 |
| 15 | Sachsen | 1.585 | 24 | 21 | 13,7 | 9.200 € | 7,2 | 27 % | 179 |
| 16 | Mecklenburg-Vorpommern | 710 | 28 | 7 | 13,7 | 9.200 € | 8,9 | 27 % | 39 |
Durch die Bundesländer gibt es in Deutschland sechzehn Versionen desselben Systems, und die Unterschiede zwischen ihnen sind bedeutend. Die Unterschiede werden deutlich, wenn man sich die grundlegenden Faktoren ansieht: wie viele Schulen es im Verhältnis zur jungen Bevölkerung gibt, wie viele Lehrkräfte zur Verfügung stehen und wie gut zusätzlicher Unterstützungsbedarf abgedeckt werden kann.
Entdecke unsere Online Nachhilfelehrer*innen
Berlin belegt im Ranking den ersten Platz. Ausschlaggebend ist dabei weniger das Schulangebot als vielmehr die Aufteilung der Ressourcen. Mit 21 Schulen je 10.000 unter 17-Jährigen hebt sich die Hauptstadt insbesondere durch die Verfügbarkeit weiterführender Bildungswege und ihre Finanzierung ab: Berlin verzeichnet mit 13.400 Euro die höchsten Ausgaben pro Schüler*in im Ranking sowie eine niedrige Schüler*innen-Förderlehrkräfte-Relation von 4,6. Dies deutet auf einen vergleichsweise besseren Zugang zu zusätzlicher Unterstützung dort hin, wo sie benötigt wird.

Hamburg folgt auf dem zweiten Platz. Die günstige Lehrkräfte-Schüler*innen-Relation – sowohl insgesamt (12,6) als auch für Schüler*innen mit Behinderungen (5,1) – verbessert die Möglichkeiten einer individuelleren Förderung im Unterricht. Brandenburg belegt den dritten Platz. Mit 35 Schulen und 10.000 unter 17-Jährigen – dem höchsten Schulangebot aller Regionen – können junge Menschen dort verlässlicher auf die benötigten Bildungsressourcen zugreifen. Die geringere Bevölkerungsgröße wirkt hier als struktureller Vorteil und verbessert den Zugang im gesamten Bundesland.
Erfahre mehr über unsere zusätzliche Unterstützung
Weiter unten im Ranking treten die Unterschiede im Bildungszugang deutlicher hervor. Bundesländer mit großer Bevölkerung und umfangreichen Schulsystemen haben nicht immer eine höhere Verfügbarkeit. Während Baden-Württemberg eine vergleichsweise hohe Schuldichte aufweist (26,0 Schulen pro 10.000 unter 17-Jährigen), liegen andere bevölkerungsreiche Länder näher am unteren Ende der Top Ten. Das verdeutlicht, wie Bevölkerungsgröße und regionale Struktur den Zugang zu Bildung selbst dort abschwächen können, wo das absolute Angebot hoch ist. Diese Kontraste zeigen, wie stark Geografie und Bevölkerungsverteilung den Bildungszugang in Deutschland weiterhin prägen.
| Rang | Stadt | Region | Anzahl an Schulen | Schulen pro 10.000 Einwohner* | Hochschulen / Universitäten | Lehrkräfte nach Region | Lehrkräfte pro 10.000 Einwohner (%) | Ausgaben für Bildung | Schüler mit Behinderungen / Förderlehrkräfte | Verfügbare LeTueLezioni-Tutor*innen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Rom | Latium | 3.718 | 67 | 18 | 63.088 | 856 | 3,8 % | 2,8 | 28.694 |
| 2 | Messina | Sizilien | 1.237 | 170 | 1 | 64.188 | 1.000 | 6,3 % | 2,7 | 1.557 |
| 3 | Palermo | Sizilien | 1.660 | 100 | 2 | 64.188 | 1.000 | 6,3 % | 2,7 | 5.298 |
| 4 | Catania | Sizilien | 1.525 | 101 | 1 | 64.188 | 1.000 | 6,3 % | 2,7 | 4.279 |
| 5 | Cagliari | Sardinien | 483 | 28 | 1 | 20.479 | 1.188 | 6,3 % | 3,8 | 2.261 |
| 6 | Neapel | Kampanien | 3.837 | 88 | 6 | 78.750 | 1.006 | 7,0 % | 7,5 | 8.617 |
| 7 | Pescara | Abruzzen | 387 | 97 | 1 | 15.896 | 1.026 | 5,7 % | 3,6 | 1.819 |
| 8 | Mailand | Lombardei | 2.376 | 57 | 8 | 102.774 | 784 | 4,3 % | 3,2 | 22.534 |
| 9 | Salerno | Kampanien | 1.801 | 131 | 1 | 78.750 | 1.006 | 7,0 % | 7,5 | 1.877 |
| 10 | Caserta | Kampanien | 1.480 | 113 | 1 | 78.750 | 1.006 | 7,0 % | 7,5 | 1.200 |
| 11 | Bari | Apulien (Puglia) | 1.226 | 79 | 2 | 49.794 | 1.010 | 5,6 % | 5,1 | 3.888 |
| 12 | Turin | Piemont | 2.152 | 80 | 4 | 48.058 | 935 | 4,6 % | 5,0 | 13.518 |
| 13 | Taranto | Apulien (Puglia) | 628 | 90 | 2 | 49.794 | 1.010 | 5,6 % | 5,1 | 1.115 |
| 14 | Barletta | Apulien (Puglia) | 371 | 73 | 1 | 49.794 | 1.010 | 5,6 % | 5,1 | 487 |
| 15 | Florenz | Toskana | 898 | 74 | 2 | 42.587 | 961 | 5,1 % | 5,5 | 5.015 |
In ganz Italien variiert der Zugang zu Bildung stark von Stadt zu Stadt. Unterschiede in der Schuldichte, der Verteilung von Lehrkräften und der Verfügbarkeit ergänzender Unterstützungsangebote führen zu Chancen, bei denen der Bildungszugang ebenso stark vom Wohnort wie von der Größe der Institutionen abhängt.
Rom schneidet im italienischen Vergleich besonders gut ab: Mit 3.718 Schulen und 67,3 Schulen pro 10.000 Schüler*innen ist die Hauptstadt trotz ihrer Größe gut mit Schulen ausgestattet. Eine hohe Gesamtkapazität, eine breite Hochschullandschaft sowie eines der niedrigsten Verhältnisse von Schüler*innen mit Behinderungen zu Förderlehrkräften im Land (2,8) tragen zu dieser Spitzenposition bei.

Messina belegt den zweiten Platz und weist mit 1.237 Schulen (170 Schulen pro 10.000 junge Menschen) eine der höchsten Schuldichten landesweit auf. Zudem weist die Stadt ein günstiges Verhältnis von Schüler*innen mit Behinderungen zu Förderlehrkräften auf (2,7). Mit rund 1.000 Lehrkräften pro Kopf weist die Region insgesamt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen schulischer Infrastruktur und zusätzlicher Lernunterstützung auf.
Entgegen gängigen Vorstellungen dominieren Städte in Sizilien die Rangliste beim Bildungszugang – vor allem dank hoher Schuldichte und gut verteilter Unterstützungsstrukturen. Palermo belegt den dritten Platz: Mit 1.660 Schulen, was 99,7 Schulen pro 10.000 junge Menschen entspricht, und einem der höchsten Anteile an Bildungsausgaben auf regionaler Ebene übertrifft die Stadt viele nördliche Regionen – trotz erheblicher sozioökonomischer Herausforderungen. Palermo zeigt wie eine effektive Verteilung von Ressourcen und lokale Entscheidungsstrukturen den Bildungszugang fördern können, unabhängig vom regionalen Wohlstand.
Jenseits der Top drei treten die Unterschiede noch deutlicher zutage. Cagliari, auf Platz fünf, verzeichnet lediglich 28 Schulen pro 10.000 Kinder und liegt damit trotz seiner Gesamtplatzierung am unteren Ende der Schuldichte. Salerno weist hingegen mit 131,4 Schulen pro 10.000 Kinder eine der höchsten Schuldichten Italiens auf, während Turin in der Region auf ein außergewöhnlich großes Angebot von rund 13.000 verfügbaren Tutor*innen kommt.
In beiden Ländern lassen sich bestimmte Muster erkennen, die den Bildungszugang durchgängig beeinflussen.
Die Verteilung der Schulen ist einer der unmittelbar spürbarsten Indikatoren für Bildungszugang. Dort, wo mehr Schulen eine kleinere Bevölkerung versorgen, verteilt sich der Anmeldedruck gleichmäßiger, die Schulwege sind in der Regel kürzer und die Klassenkapazitäten lassen sich leichter steuern. Sinkt die Dichte der Schulangebote, kehrt sich dieses Bild um: Klassen füllen sich schneller, Einzugsgebiete werden größer und Familien stehen in stärkerem Wettbewerb um Schulplätze.
Der GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung zeigt, dass diese Belastungen in ganz Europa bereits spürbar sind. Selbst in leistungsstärkeren Regionen arbeiten viele Bildungssysteme nahe an ihrer Belastungsgrenze. Wenn das Bildungsangebot nicht mit dem Bevölkerungsbedarf Schritt hält, macht sich das im Alltag bemerkbar – von überfüllten Klassenräumen bis hin zu eingeschränkter Schulwahl.
Der Lehrkräftemangel verschärft diese Belastungen zusätzlich. Niedrigere Schüler-Lehrer-Relation ermöglichen schnellere Interventionen, mehr individuelle Betreuung und eine verlässlichere Unterstützung. Steigen die Verhältniszahlen, wächst der Druck rasch: Arbeitsbelastungen nehmen zu, Reaktionszeiten verlängern sich und frühe Lernlücken lassen sich schwerer schließen.
Lehrkräfte in ganz Europa fühlen sich bereits stark beansprucht und nennen Zeitmangel sowie begrenzte Systemkapazitäten immer wieder als zentrale Hürden für wirksame Förderung. Selbst in gut ausgestatteten Bildungssystemen begrenzt der Personaldruck, wie schnell Schüler*innen Unterstützung erhalten können – und unterstreicht damit die Bedeutung der Lehrkräfteverteilung für den tatsächlichen Bildungszugang vor Ort.
Unser Bericht unterstreicht, dass die Belastung von Lehrkräften bereits weit verbreitet ist. Während Technologie häufig als Lösung dargestellt wird, betont Albert Clemente, CEO von Nachhilfeunterricht, dass „Technologie allein nicht ausreicht. Der menschliche Faktor bleibt entscheidend“. Damit macht er deutlich, warum die Personalausstattung auch in modernisierten Bildungssystemen weiterhin den Bildungszugang maßgeblich bestimmt.

Diese Kennzahlen sind selten isoliert. Ungleicher Bildungszugang entsteht dort, wo Systeme Schwierigkeiten haben, dem demografischen und wirtschaftlichen Wandel voraus zu sein. Um diese Lücken zu schließen, braucht es keine Neuerfindung der Bildungssysteme, sondern eine gezielte Abstimmung von Schulangebot und Personalplanung auf den tatsächlichen Bevölkerungsbedarf – bevor aus Belastungspunkten echte Probleme entstehen.
„Gerechter und gleicher Zugang zu Bildung ist kein theoretisches Ziel, sondern eine praktische Voraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft“, sagt Albert Clemente, CEO bei Nachhilfeunterricht. „Wenn der Bildungszugang je nach Standort so stark variiert, sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar. Sie zeigen sich in der Auslastung der Klassenräume, darin, wie schnell Schüler*innen Unterstützung erhalten, und in den Entscheidungen, zu denen Familien gezwungen sind, um überhaupt ein stabiles Lernumfeld zu sichern.“
Herr Clemente erklärt, dass ungleicher Bildungszugang nicht nur ein Problem der am schlechtesten platzierten Städte oder Bundesländer ist. „Selbst leistungsstarke Regionen arbeiten nahe an den Grenzen ihrer Infrastruktur. Guter Zugang heute garantiert keinen guten Zugang morgen, wenn das System dem demografischen und wirtschaftlichen Druck nicht dauerhaft voraus bleibt.“
Ihm zufolge erfordert die Verbesserung des Bildungszugangs keine Neuerfindung des Systems, wohl aber klare Prioritäten. „Die Daten verweisen auf drei Bereiche, die die Ergebnisse maßgeblich prägen. Erstens müssen Anzahl und Verteilung der Schulen dem Bevölkerungsbedarf entsprechen. Zweitens muss die Verfügbarkeit von Lehrkräften gesichert werden, da die Schüler*innen-Lehrer-Relation jeden Teil der Lernerfahrung beeinflussen. Drittens muss Unterstützung außerhalb des Klassenzimmers flächendeckend zugänglich sein und darf sich nicht nur auf die größten oder wohlhabendsten Regionen konzentrieren.“
Er ergänzt: „Wir sprechen von Chancengleichheit als einem nationalen Wert. Sie Wirklichkeit werden zu lassen heißt, die Regionen mit den größten Lücken zu identifizieren und gezielt anzugehen. Wir müssen Bildungssysteme so gestalten, dass sie für jedes Kind funktionieren – unabhängig davon, wo es aufwächst.“
Derzeit ist der Bildungszugang nicht gleichmäßig verteilt, und der geografische Standort spielt eine entscheidende Rolle dafür, welche Chancen Schüler*innen offenstehen. Einige Bundesländer und Städte verfügen sowohl über die nötige Infrastruktur als auch über unterstützende Netzwerke, um der Nachfrage gerecht zu werden. Andere stoßen an Grenzen, die den Zugang zu Bildung bereits stark einschränken, lange bevor überhaupt Fragen der Leistung oder des Bildungserfolgs aufkommen.
Diese Unterschiede sind struktureller Natur und prägen den Unterrichtsalltag, die Stabilität von Lernumgebungen sowie das Selbstvertrauen junger Menschen im Bildungssystem.
Das Verständnis dieser Lücken ist kein Selbstzweck, sondern ein Ausgangspunkt. Indem klar wird, wo der Bildungszugang besonders stark ist und wo er am stärksten eingeschränkt bleibt, können politische Entscheidungsträger*innen, Bildungseinrichtungen und Kommunen gezielte Maßnahmen ergreifen, um die Systeme in beiden Ländern nachhaltig zu stärken.
Gleicher Zugang ist möglich – aber nur, wenn die durch diese Daten offengelegten Unterschiede anerkannt und konsequent angegangen werden.
Der Bildungszugangsindex bewertet den Zugang zu Bildung in allen deutschen Bundesländern und in Italien anhand einheitlicher Indikatoren.
Die Analyse berücksichtigt:
- die Anzahl der Schulen pro 10.000 junge Menschen
- Schüler*innen-Lehrerinnen-Relation bzw. Verfügbarkeit von AEC-Fachkräften (Italien)
- Leistungsniveaus der Schüler*innen, sofern verfügbar
- Staatliche Bildungsausgaben pro Schüler*in
- Bevölkerungszahl der Kinder und jungen Menschen
- die Anzahl der verfügbaren Tutor*innen für den Nachhilfeunterricht.
Alle Kennzahlen wurden standardisiert und zu einem Gesamtwert zusammengeführt, der einen direkten Vergleich zwischen Regionen mit unterschiedlicher Bevölkerungsgröße, demografischer Zusammensetzung und administrativen Strukturen ermöglicht.
Die Daten stammen aus offiziellen nationalen Datensätzen sowie aus den begleitenden CSV-Dateien, die für diese Analyse bereitgestellt wurden. Die Werte spiegeln die relative Zugänglichkeit von Bildung innerhalb der einzelnen Bundesländer bzw. Städte wider und stellen kein Maß für die Qualität von Schulen dar. Der Index zeigt auf, wo der Zugang gut ist, wo er unter Druck steht und wo gezielte Verbesserungen die größte Wirkung entfalten könnten.